Channel Islands, ein versunkenes Hochland

Wie gesagt, für gewöhnlich verlangsamen Inseln die eigene Taktung und stimmen Körper, Geist und Seele auf einen ruhigeren Rhytmus ein. Erst recht, wenn sie eine so eigene Welt bilden wie die Kanalinseln. Sie sind ein Besitz der englischen Krone, nicht EU und nicht UK, daher politisch und kulturell sehr speziell, mit ihren englischen und französischen Einflüssen. Und auch geologisch sind sie sehr besonders: ein versunkenes Bergland, welches das ansteigende Meer infolge der Erderwärmung nach der letzten Eiszeit überspülte und verschlang. Als dessen Gipfel ragen heute nur noch die Kanalinseln aus dem Meer: die "Channel Islands" (fr.: Anglais Channel Islands). In der frankophonen Welt sind es die "Îles de la Manche", nach der französischen Bezeichnung für den Kanal, oder les "Îles Anglo-Normandes" mit Blick auf die wahren Besitzverhältnisse. Denn die Inseln gehören der Herzogin der Normandie, Ihrer Majestät Königin Elisabeth II.

  • Channel Islands: die Gipfel von Armorica

    Channel Islands: die Gipfel von Armorica

    Die Nordee überspülte mit Ende der Eiszeit Doggerland. Die steigende See schaffte den Durchbruch ins einstige Mündungstal der großen Flüsse und schuf den Ärmelkanal. Die Küstenlinien verschoben, zumal nun von Westen der Atlantik landeinwärts strömte. Das Tiefland versank im Meer. Die Isle of Wight, inzwischen ein separierter Teil der südenglischen Kreideküste, blieb als das Widerlager jener versunkenen Landbrücke. Deren verbliebene Gipfel sind heute die Kanalinseln, die Bergspitzen von Armorica: Jersey und Guernsey mit Sark und Herm, im Norden Alderney. mehr...

  • Jersey, normannisches Inselreich

    Jersey, normannisches Inselreich

    Die größte der Kanalinseln ist jersey mit rund 90.000 Einwohnern. Knapp 20 km vor der Westküste Frankreichs liegt sie dem europäischen Festland am nächsten. Die Insel-Hauptstadt ist St. Helier, ein Zentrum der Finanzwirtschaft mit vielen Bank- und Versicherungsunternehmen. Denn die Kanalinseln gehören als Kronbesitz der Queen nicht zum Vereinigten Königreich und auch nicht zur Europäischen Gemeinschaft. Vielmehr wurde ihr Status derart geregelt, dass sie nur dem Zollgebiet der Gemeinschaft angehören. Daher gilt der Finanzplatz als vorzügliches Steuerparadies, ein fiskalisches Rückzugsgebiet. mehr...

  • Der Keltenschatz Armoricas: Torcs und Co.

    Der Keltenschatz Armoricas: Torcs und Co.

    Armorica ist keltischen Ursprungs: "are mori" ist das Land vor dem Meer. Größer als die heutige Côtes d’Armor bezeichnete der Name die gesamte Bretagne. Sie war seit der Eisenzeit von keltischen Stämmen besiedelt, den Galliern um Asterix und Obelix. Mit der Eroberung durch das Imperium Romanum wurde das Gebiet zunächst Teil der römischen Provinz Gallien, später der Provinz Gallia Lugdunensis. Während der römischen Invasion brachten die Kelten im ersten Jahrhundert vor Christus einen gigantischen Schatz in Sicherheit und vergruben in auf Jersey. Er wurde 2012 gefunden: Schmuck, Gold- und Silbermünzen. mehr...

  • Mega-Meso-Lithicum auf Jersey

    Mega-Meso-Lithicum auf Jersey

    Das Siedlungsgebiet Armoricas ist weitaus älter als die keltische Invasion. Von Gallizien zur Bretagne und über die Kanalinseln nach Südengland, von Stonehenge und Avebury nach Cornwall, Devon und Wales, hinüber nach Irland und hinauf nach Schottland bis in die obere Nordsee auf die Orkney Islands und die Shetland Inseln reihen sich die Zeignisse einer europäischen Hochkultur im Neolithikum. Auf Jersey bezeugen etliche Dolmen und die großartige Grabkammer von La Hougue Bie eine Besiedlung seit dem Mesolithicum. mehr...

  • Seit 1562: Feudale Verhältnisse auf Sark

    Seit 1562: Feudale Verhältnisse auf Sark

    Linda Adams und ihr Mann Daniel führen auf die alten Tage die Vallete Campsite auf Sark. Das Land ist im Familienbesitz seit mehr als 450 Jahren und war einst ein Lehen ihrer Majestät, als 1562 Queen Elisabeth I. 40 Kolonisten auf die Insel schickte. Der rustikale Campingplatz, hoch über dem Leuchtturm von Sark, prunkt weniger mit luxuriösen Ausstattungsmerkmalen als mit einer fantastischen Aussicht auf Angelsey, auf die Normandie am Horizont und die zwischengelagerte Schärenküste der kontinentalen, so bretonisch anmutenden Kanalküste. Die unterbrochenen Wasserlinien der Inseln und Schären verraten bei Niedrigwasser, dass dies einst ein zusammenhängendes Hochland war.

  • Ascot on Sark: Sheep Race 2016

    Ascot on Sark: Sheep Race 2016

    Es ist Sonntag, ein strahlend blauer dazu, fantastisches Rennwetter auf Sark. Um den Parcours an der Town Hall versammeln sich seit der frühen Mittagszeit die zugereisten Honoratioren, lokale Zelebritäten und die Gäste aus aller Welten. Es wird voll vor dem riesigen Festzelt. Gestern war hier Tanz, heute ist Tombola. Die Familien lagern auf ihren Picknickdecken im Green. Für 12:30 ist das erste Rennen angesetzt. Ein Pint vorneweg passt noch, für die Kinder gibt es Eis und Limonade. mehr...

  • Herm, die Sommerfrische Guernseys: tropisch cool

    Herm, die Sommerfrische Guernseys: tropisch cool

    Ja, es war ein heißer Tripp. Der Hitzerekord auf Guernsey wurde gemessen, als wir mit Rucksack und Zelt bepackt von Sark kamen und auf Guernsey umstiegen. Mittags auf Herm wieder von Board gehend, waren es 32°. Das gab´s hier noch nie, sagte das Radio: Dem Klimawandel sei Dank, die Kanalinseln werden tropisch. Mitteleuropa kann bald zu Fuß in die Tropen gehen, in Sommerurlaub auf die Kanalinseln. mehr...